BPC-157, TB-500, GHK-Cu, CJC-1295, Semax: Peptidnamen sehen aus, als folgten sie einem System — dieses System gibt es nicht. Manche Namen sind buchstäblich die Sequenz, andere ein Programmcode, aus dem sich nichts lesen lässt. Diese Anleitung zeigt, welche Information in einem Namen steckt und welche nicht.
Peptidnamen kommen aus zwei verschiedenen Welten: systematischer Notation, in der die Buchstaben die Aminosäuren sind (GHK = Gly-His-Lys), und Programmcodes wie BPC-157, aus denen sich die Sequenz nicht ableiten lässt. Endungen wie -NH2 und Vorsilben wie Ac- sind hingegen echte chemische Information.
Systematische Notation: die Buchstaben sind die Aminosäuren
In der systematischen Notation steht jeder Buchstabe oder jede Abkürzung für eine Aminosäure, und die Leserichtung geht immer vom N-Terminus zum C-Terminus. Es existieren zwei Codes nebeneinander: der Dreibuchstaben-Code (Gly-His-Lys) und der Einbuchstaben-Code (GHK). Dieselbe Kette, andere Schreibweise.
GHK-Cu ist damit ein Name, den man auspacken kann: Glycin, Histidin, Lysin, plus ein gebundenes Kupferion. Wer die Bindung zwischen diesen Aminosäuren verstehen will, findet das in was ist eine Peptidbindung; um Kupferpeptide allgemein geht es in Kupferpeptide.
Programmcodes: Namen, die nichts über die Struktur sagen
BPC-157, TB-500 und CJC-1295 sind Kennungen aus einem Forschungsprogramm: die Buchstaben verweisen auf die Verbindungsfamilie oder den Entwicklungsweg, die Zahl ist ein interner Code. Länge, Sequenz und Molekulargewicht lassen sich daraus nicht herleiten — dafür braucht es die Spezifikationen oder das Analysezertifikat.
Manchmal steckt doch ein Hinweis darin. Das TB in TB-500 verweist auf Thymosin Beta, die Proteinfamilie, aus der das Fragment stammt; siehe was ist TB-500. Aber das ist ein Hinweis auf die Herkunft, keine Beschreibung des Moleküls. Namen wie Semax und Selank wurden einfach von ihren Entwicklern gegeben.
Vor- und Nachsilben, die wirklich etwas bedeuten
Wo der Name selbst willkürlich sein kann, sind die Modifikationen an den Enden es nicht: die stehen dort als chemische Information. Ein -NH2 am Ende bedeutet einen amidierten C-Terminus statt einer freien Carboxylgruppe. Ein Ac- vorne bedeutet einen acetylierten N-Terminus. Beides verändert das Verhalten des Moleküls, unter anderem die Stabilität.
Eine Notation wie (1-29) kennzeichnet ein Fragment: nur die Aminosäuren 1 bis 29 des ursprünglichen Proteins. Und erscheint irgendwo ein D- vor einer Aminosäure, wurde die spiegelbildliche Form anstelle der natürlichen L-Form verwendet — ein Eingriff, der oft gerade den Abbau verlangsamen soll.
Warum das praktisch zählt
Weil zwei Produkte mit fast gleichem Namen unterschiedliche Moleküle sein können und ein Molekül unter mehreren Namen zirkulieren kann. Das Einzige, was die Identität festlegt, ist die gemessene Sequenz oder Masse, nicht das Etikett. Deshalb stehen Molekulargewicht und Sequenz bei uns in den Spezifikationen auf der Produktseite und der gemessene Wert pro Charge auf dem Zertifikat.
Wie diese Messung funktioniert, steht in was ist Massenspektrometrie; die Reinheitsseite in was ist HPLC. Suchst du nach Namen, ist der A-Z-Index der Peptide der schnellste Startpunkt.
Diese Informationen sind allgemein und dienen der Aufklärung. Peptide Lab liefert Forschungspeptide ausschließlich für Labor- und Forschungszwecke. Nicht für den menschlichen oder tierischen Verzehr, kein Arzneimittel und keine medizinische Beratung.
Häufig gestellte Fragen zu Peptidnamen
Warum heißen Peptide wie BPC-157 oder CJC-1295?
Diese Namen sind Programmcodes, keine chemischen Beschreibungen. Die Buchstaben verweisen auf das Forschungsprogramm oder die Verbindungsfamilie, aus der der Stoff hervorging; die Zahl ist eine interne Kennung. Die Sequenz lässt sich daraus nicht ableiten.
Was bedeutet GHK in GHK-Cu?
GHK sind die Einbuchstaben-Codes der drei Aminosäuren in der Kette: Glycin (G), Histidin (H) und Lysin (K). Cu ist das Symbol für Kupfer, das an das Tripeptid gebundene Ion. Hier ist der Name tatsächlich die Sequenz.
Was bedeutet -NH2 hinter einem Peptidnamen?
Dass der C-Terminus amidiert ist statt eine freie Carboxylgruppe zu tragen. Es ist eine chemische Modifikation, die die Stabilität des Moleküls beeinflusst; Ac- vorne kennzeichnet auf gleiche Weise einen acetylierten N-Terminus.
Wann ist etwas ein Peptid und wann ein Protein?
Die Unterscheidung ist Konvention, kein Naturgesetz. Ketten bis etwa fünfzig Aminosäuren nennt man in der Regel Peptide, längere Polypeptide oder Proteine. Die chemische Bindung zwischen den Aminosäuren ist in beiden Fällen dieselbe.



