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PEPTIDE LAB
Forschung & Sicherheit

Was ist Massenspektrometrie? Die Identität eines Peptids

Von Peptide Lab Research Team·Zuletzt aktualisiert ·7 min Lesezeit

Ein Reinheitsprozentsatz sagt, wie viel einer Probe das Zielmolekül ist — aber nicht, ob dieses Zielmolekül wirklich im Vial steckt. Diese Frage beantwortet die Massenspektrometrie. Diese Anleitung erklärt, wie das funktioniert und warum die beiden Messungen einander brauchen.

TL;DR

Massenspektrometrie wiegt Moleküle: sie misst das Masse-zu-Ladung-Verhältnis ionisierter Teilchen, und daraus folgt das Molekulargewicht. Stimmt das mit der Sequenz, ist die Identität bestätigt. Einen Reinheitsprozentsatz liefert sie nicht — das bleibt Aufgabe der HPLC.

Was ist Massenspektrometrie?

Massenspektrometrie (MS) ist ein Verfahren, das Moleküle ionisiert und anschließend nach ihrem Masse-zu-Ladung-Verhältnis (m/z) sortiert. Das Ergebnis ist ein Spektrum: eine Reihe von Signalen auf der m/z-Achse, wobei die Position eines Signals die Masse des zugehörigen Ions verrät.

Für Peptide wird üblicherweise ein sanftes Ionisierungsverfahren genutzt, meist Elektrospray-Ionisation (ESI). Sanft heißt hier: das Molekül gelangt in die Gasphase und erhält eine Ladung, zerfällt dabei aber nicht. Genau das, was man braucht, wenn das Molekulargewicht des intakten Peptids die Frage ist.

Wie folgt daraus ein Molekulargewicht?

Aus den gemessenen m/z-Werten und der Ladungszahl wird das Molekulargewicht zurückgerechnet und mit dem Gewicht verglichen, das sich aus der Aminosäuresequenz ergibt. Beide müssen innerhalb einer kleinen Toleranz übereinstimmen. Weichen sie stärker ab, steckt etwas anderes im Vial als auf dem Etikett steht — oder nicht nur das.

Unter ESI nehmen Peptide oft mehr als eine Ladung auf, und deshalb erscheint dasselbe Molekül an verschiedenen Positionen im Spektrum: bei seiner Masse geteilt durch eine Ladung, durch zwei, durch drei. Das ist keine Verunreinigung, sondern eine Eigenschaft des Verfahrens — und gerade diese Reihe macht die Berechnung belastbar.

Das Molekulargewicht in den Spezifikationen auf einer Produktseite ist der theoretische Wert aus der Sequenz. Der gemessene Wert für eine bestimmte Charge steht auf dem Zertifikat.

HPLC und MS: was misst was?

Die beiden Verfahren beantworten unterschiedliche Fragen, und eine Charge ist erst charakterisiert, wenn beide gemacht wurden.

HPLCMassenspektrometrie
BeantwortetWie viel der Probe ist das Zielmolekül?Ist das das richtige Molekül?
MisstPeakfläche nach der TrennungMasse-zu-Ladung-Verhältnis von Ionen
LiefertReinheitsprozentsatzMolekulargewicht und damit Identität
Sagt nichts überWelcher Stoff es genau istWie rein die Probe ist

Deshalb enthält ein ernstzunehmendes Analysezertifikat beides. Mehr zur Trennseite steht in was ist HPLC; unsere Schwellen stehen auf Qualitätsstandards.

Was Massenspektrometrie nicht aussagt

Ein Massenspektrum unterscheidet keine Stoffe mit gleichem Molekulargewicht. Zwei Moleküle mit derselben Formel, aber anderer Struktur — auch eine Vertauschung in der Aminosäurereihenfolge — wiegen exakt gleich. Um das zu durchschauen, braucht es Fragmentierung: das Molekül wird absichtlich zerschlagen und die Bruchstücke verraten die Sequenz.

Und genau wie eine Reinheitsmessung sagt ein Spektrum nichts über Sterilität, Endotoxine oder die Eignung für irgendeine Anwendung. Warum wir diese Messungen von einem Dritten durchführen lassen, steht auf Janoshik Analytical; eine bestimmte Charge prüfst du über Chargennummer prüfen.

Diese Informationen sind allgemein und dienen der Aufklärung. Peptide Lab liefert Forschungspeptide ausschließlich für Labor- und Forschungszwecke. Nicht für den menschlichen oder tierischen Verzehr, kein Arzneimittel und keine medizinische Beratung.

Häufig gestellte Fragen zur Massenspektrometrie

Was macht Massenspektrometrie bei einem Peptid?

Massenspektrometrie misst das Masse-zu-Ladung-Verhältnis ionisierter Moleküle, und daraus folgt das Molekulargewicht. Stimmt das gemessene Gewicht mit dem Gewicht überein, das sich aus der Aminosäuresequenz ergibt, ist das die Bestätigung, dass das beabsichtigte Molekül im Vial ist.

Was ist der Unterschied zwischen HPLC und Massenspektrometrie?

HPLC trennt die Bestandteile einer Probe und bestimmt, welcher Prozentsatz das beabsichtigte Peptid ist — wie viel. Massenspektrometrie bestätigt molekulare Identität und Molekulargewicht — was. Sie messen Verschiedenes und ersetzen einander nicht.

Warum stehen in einem Massenspektrum eines einzelnen Peptids mehrere Peaks?

Peptide nehmen bei der Ionisierung oft mehrere Ladungen auf. Ein Molekül erscheint dann an verschiedenen Positionen im Spektrum, jeweils bei seiner Masse geteilt durch die Anzahl der Ladungen. Aus dieser Reihe wird ein Molekulargewicht zurückgerechnet.

Beweist Massenspektrometrie, dass ein Peptid rein ist?

Nein. Ein Spektrum bestätigt Identität, keinen Reinheitsprozentsatz. Zwei Stoffe mit demselben Molekulargewicht sind mit einer gewöhnlichen Messung nicht zu unterscheiden. Für die Reinheitszahl braucht es HPLC.

FOR RESEARCH USE ONLY. Ausschließlich für Labor- und Forschungszwecke. Nicht zum Verzehr durch Menschen oder Tiere bestimmt, kein Arzneimittel und keine medizinische Beratung.